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«Ab in die Lüfte, hinein ins perfekte Echo – Netzpunkt Pilatus/KKL»

Es wurde langsam Zeit einen neuen Winkel der Schweiz zu erobern und so hiess es: Achtung Zentralschweiz, wir kommen! Voller Euphorie stiegen am 15. Juni 22 EMBA Alumni in Zürich in einen überdimensionalen dreiachsigen Bus, um die Wiege der Schweiz zu erobern. Unser Programmchef, Francesco Nardi, hatte ein tolles Programm zusammengestellt und so konnte der Tag voller Vorfreude angegangen werden.

Nach einer gemütlichen Stunde Fahrt erreichten wir die erste Etappe unserer Eroberungsreise: Stans. Der Ort wurde 1939 während des 2. Weltkrieges auserwählt, um den Unterhalt der Schweizer Luftwaffe sicherzustellen. Mitten in der Schweiz, möglichst weit weg von den Grenzen lautete damals das Credo. Heute sind die Landesgrenzen dafür umso näher an Stans herangerückt. Die Pilatuswerke sind heute internationaler denn je!

In Stans empfing uns unser Kollege André Zimmermann, Mitglied der GL der Pilatuswerke, Alumnus aus dem Lehrgang 2007 bis 2009. Nach einer sehr eindrücklichen Präsentation, Pilatus wuchs beispielsweise in den letzten fünf Jahren um 500 Mitarbeiter auf 2100 Mitarbeitende an, nahm uns Werner Barmettler mit auf eine Reise durch die Pilatuswerke. Er wurde 2016 pensioniert und war zuvor 45 Jahre treuer Mitarbeiter; zuletzt als Groupleader Design. Ihn gefragt, was ihm aus dieser langen Zeit am stärksten in Erinnerung blieb, nannte er die Entwicklung des PC-12 Flügels. Irgendwann wurde damals realisiert, dass die zuständigen Entwickler aus den USA mit dieser Aufgabe überfordert waren. «Da hatte ich zahlreiche schlaflose Nächte und musste einige Monate dem Lieferanten vor Ort in den USA auf die Finger klopfen».

Doch was macht Pilatus jetzt genau, Flugzeuge bauen ist ja ein grosser Begriff? Die Details (Alu Blech- und Frästeile) für die eigen entwickelten Flugzeuge werden noch heute grösstenteils in Stans gefertigt. Diese werden dann nach Portugal und Indien transportiert, wo die Flugzeugstrukturen (Rumpf sowie Flügel) zusammengenietet werden. Danach kommen die Halbfabrikate zurück nach Stans, wo die Flugzeuge zusammengebaut und die Systeme integriert werden. Der Innenausbau bzw. der Finish wird dann bei einer Tochtergesellschaft in den USA vorgenommen. Insgesamt müssen in der Montagephase über 6’000 Checkpunkte abgearbeitet werden, bevor das Flugzeug überhaupt zum Kunden geflogen wird. Die Lebensdauer eines Flugzeuges beträgt 30’000 Flugstunden oder 30’000 Start und Landungen, je nach dem, was zuerst erreicht wird. Da darf bei der Produktion und Wartung verständlicherweise nichts schiefgehen!

Beeindruckend war es zudem von André Zimmermann zu erfahren, dass Pilatus heute Pilotenschulungen für Armeen in den jeweiligen Ländern vor Ort anbietet. Und nicht nur für die eigenen Flugzeuge – im Schulungsflugzeug PC-21 können Cockpits von Kampfjets diverser Hersteller simuliert werden, so dass das Flugzeug für das Anlernen von Piloten für verschiedenste Flugzeugtypen verwendet werden kann. Wie man sieht, wandeln sich auch in der Aviatik die Geschäftsmodelle!

Weiter ging es nun im Programm: wieder per Bus machten wir uns auf den Weg ins KKL. Trotz Rushhour fuhr uns Eddi, oder unser Chauffeur – wie er auch genannt werden wollte, direkt und ohne Stau in die Stadt. Wir waren dankbar, denn unser Guide Pius Krummenacher beim KKL war ziemlich nervös; waren wir doch rund ½ Std. zu spät…

Zu Beginn schwärmte Pius Krummenacher von Jean Nouvel, den französischen Architekten, der das KKL von 1995 bis 2000 generalstabsmässig bauen liess. Sein Bau prägte er mit folgenden Bauphilosophien: Inklusion der Umgebung des Vierwaldstättersees sowie Reflexion und Transparenz (das Dach ist bspw. unten mit Aluminiumplatten ausgestattet, die den See spiegeln).

Pius Krummenacher kennt das KKL wohl wie seine Nachttischschublade. Er erläuterte uns beispielsweise, dass im grossen Konzertsaal über 24’000 Gipskacheln verbaut sind, die akustisch besonders positive Eigenschaften aufweisen oder dass die Türen zu den Echokammern im Konzertsaal ca. 3 resp. 7 Tonnen wiegen – und davon gibt es 50. Besonders eindrücklich war die 22 Tonnen schwere Akustikdecke über dem Orchester. Zwölf Mal soll diese Decke gesichert sein. Oder auch die Echokammer, die das Volumen um circa 6000 Kubikmeter erhöht und die Nachhallzeit des Klanges von 1,6 bis 3 Sekunden verlängern. Was der letzte Satz eigentlich für das Klangempfinden bedeutet, verstehe ich selbst jetzt noch nicht wirklich, aber ich gehe mal davon aus, dass es eine positive Auswirkung ist!

Zu uns gesellte sich dann Alumnus Philipp Keller aus dem Lehrgang 2004 bis 2006, seit April 2017 CEO des KKL. Als seine grösste Herausforderung nannte er das Personal dauernd in Topform zu halten und mit den Infos möglichst alle Mitarbeitenden zeitgleich zu erreichen. Denn für die Kunden des KKL ist der Tag an welchem sie im KKL auftreten oft der wichtigste Tag im Jahr. Da wiegt jeder Fehler gleich doppelt so schlimm.

Und was kam zum Schluss? Richtig, den Kopf bereits gefüllt, stand nun der Gaumenschmaus auf der Traktandenliste. Den schönen Tag liessen wir in der Rooftopbar ausklingen. Es hat einfach alles gepasst, die Besuche, das Wetter, die Chill out Party hoch über den Dächern von Luzern. Danke Francesco. Schön wars – auf ein andermal.

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Text: Michael Dubach & Marcel Rohrer
Fotos: Dominik Hof

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