«Natürli Züri Oberland – ein innovativ olfaktorisches und geschmackliches Erlebnis»

«Natürli Züri Oberland – ein innovativ olfaktorisches und geschmackliches Erlebnis»

Am 20. Oktober zogen 20 EMBA Alumni tief hinaus ins Zürioberland um bei der natürli zürioberland AG in Saland in die Welt des Käses einzutauchen. Der herzliche Empfang mit einem Glase Wein liess von Beginn an keinen Zweifel daran offen, dass die EMBA Alumni sich auf einen gemütlichen und herzlichen Abend einstellen durften.

Nach der ersten Stärkung lauschten wir in der gemütlichen natürli Alphütte den Ausführungen unseres Vorstandmitgliedes Michael Dubach zum Thema Tätigkeiten und Organisation der unter der Dachmarke natürli Zürioberland gebildeten Standortförderung. USP des Zürioberlands ist der Mix aus Regionalität, hoher Qualität von Produkten und Dienstleistungen, die Weitergabe der Wertschöpfung an Betriebe in der eigenen Region, gute Infrastrukturen und das mannigfaltige Freizeitangebot. Die Tätigkeiten der Standortförderung fokussieren sich daher auf die Aufwertung, den Ausbau und die Vermarktung dieser Erfolgsfaktoren. Speerspitze und sichtbarster Erfolg dieser Strategie bildet die Kooperation mit Coop, welche einen Grossteil der Produkte mit dem Label natürli Zürioberland in der Region verkauft. Die Erklärung der Organisation der Standortförderung war dann eher der herausfordernde Teil der Präsentation. Gespannt und etwas irritiert schauten die EMBA Alumni auf eine hochkomplexe Folie, welche wohl von einem PowerPoint Virtuosen erstellt wurde. Nach ein paar Minuten voller detaillierter Erklärungen erschloss sich den Teilnehmern aber auch deren Inhalt und es wurde offenkundig, dass es sich um eine typisch schweizerische Lösung mit sehr vielen Anspruchsgruppen handelt. Der Föderalismus funktioniert also auch im Zürioberland!

Und da stand sie plötzlich, die grösste Innovation aus dem Hause natürli zürioberland AG: Albert Studer. 180 cm geballte „Chäserkraft“, vollgepackt mit Eloquenz, Witz und Charme (inklusive einer gewissen nicht vorhandenen Ehrfurcht vor seiner Geschäftsleitung) entführten uns in die postromantische Welt der Rohmilchkäserei. Nach einer kurzen theoretischen Einführung mussten wir uns erst einmal alle einvakuumieren um vor dem scharfen Auge des allwachenden Lebensmittelinspektorats zu genügen. Nach einer penibel durchgeführten Dekontamination stiegen wir hinab in die Katakomben um die Endprodukte der Manufaktur zu begutachten. Es erwarteten uns Tonnen an Käselaiben in unterschiedlichsten Farben und Reifungsgraden. Was allen Käsen jedoch gemein war, waren die doch sehr intensiven Ausdünstungen. Der Ammoniakgeruch war teilweise so stark, dass gewisse EMBA Alumni vorzeitig die Führung abbrachen. Doch der grösste Teil der Gruppe konnte bis zum Ende den interessanten und lehrreichen Ausführungen von Albert Studer beiwohnen. Wusstet ihr beispielsweise, das die Farbe der Rinde des Käses lediglich ein Marketinggag ist und relativ wenig bis nichts mit dem Geschmack zu tun hat?

Zurück aus den Kellergewölben erwartete und schon das nächste Highlight des Abends: Ständerat Rudi Noser nahm uns mit zu einer kleinen Philosophiestunde. Ohne PowerPoint Folien, aus tiefster Überzeugung und teilweise unter schummrigen Licht (Albert Studer sei Dank, dass dieser Umstand im Laufe der Zeit korrigiert werden konnte) zeigte uns Rudi Noser sehr bildlich auf, was es für eine Mixtur benötigt um Innovationen und Unternehmertum in der Schweiz zu fördern. Was kann der Staat seiner Ansicht nach dazu beitragen? Die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen wie Rechtssicherheit, ein gutes Bildungssystem, eine effiziente Staatsquote, die Abschaffung der Vermögenssteuern und die Bereitstellung von Raum. Was können wir persönlich dazu beitragen? Manchmal müssten wir einfach mutiger und weniger risikoavers sein. Zudem sollten wir uns vermehrt die folgenden Fragen in unserem täglichen Leben stellen: 1. Habe ich heute jemanden geholfen erfolgreich zu sein? 2. Habe ich heute jemanden aufgebaut, der einen Fehler gemacht hat?

Nach diesem sehr lehrreichen und gedanklich weitreichenden Austausch mit einem Ständerat stand wieder ganz der Käse im Mittelpunkt. An einem spektakulären Käsebuffet konnten wir sämtliche in den zwanzig Käsereien der Region hergestellte Köstlichkeiten probieren und erwerben. Nachdem sich die einte oder andere Handtasche vollständig mit Käseprodukten gefüllt hatte, gipfelte die kulinarische Rohmilchreise in einem gemeinsamen regionalen Käsefondue in der Alphütte. Noch einige Stunden wurde ganz in EMBA Alumni Manier Brotkörbe, Knoblauchzehen, Gedanken, Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht.

Völlig satt, aber mit dem Gefühl etwas mitgenommen zu haben, physisch und geistig, verabschiedeten sich die Teilnehmer zur späteren Stunde mit nur einem Gedanken: Danke Zürioberland!

Text und Fotos: Marcel Rohrer

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